Topping vs. FIM: Welche Technik für welche Cannabis Sorte?

Topping vs FIM Cannabis Vergleich High Stress Training Hauptcolas Verzweigung

Aktualisiert: Februar 2026 | Lesezeit: 18 Minuten

Topping und FIM (Fuck I Missed) zählen zu den populärsten High-Stress-Training-Techniken im Cannabis-Anbau. Beide Methoden zielen darauf ab, die apikale Dominanz zu brechen und multiple Hauptcolas zu erzeugen, unterscheiden sich jedoch fundamental in Ausführung, Erholungszeit und Resultaten. Während Topping seit Jahrzehnten als Standardtechnik gilt, entwickelt sich FIM zunehmend zur bevorzugten Alternative für spezifische Anbau-Szenarien.

Dieser wissenschaftlich fundierte Vergleich analysiert beide Techniken detailliert, identifiziert optimale Anwendungsszenarien und bietet sortenspezifische Empfehlungen für maximale Ertragssteigerung.

Was ist Topping?

Topping bezeichnet die vollständige Entfernung des apikalen Meristems (Hauptwachstumsspitze) oberhalb eines ausgewählten Knotens. Diese Intervention zwingt die Pflanze, die Wachstumsenergie auf die zwei unmittelbar darunter liegenden lateralen Triebe zu verteilen, welche sich zu gleichwertigen Haupttrieben entwickeln.

Das biologische Prinzip

Cannabis-Pflanzen zeigen natürlicherweise ausgeprägte apikale Dominanz – ein hormonell reguliertes Phänomen, bei dem das apikale Meristem Auxine (primär Indol-3-essigsäure) produziert, welche die Entwicklung lateraler Knospen supprimieren. Die physische Entfernung dieser Auxin-Quelle durch Topping hebt diese Suppression auf, was zur Aktivierung zuvor ruhender lateraler Meristeme führt.

Resultat: Aus einer dominanten Cola werden zwei (oder bei wiederholtem Topping: 4, 8, 16…) gleichwertige Haupttriebe.

Topping: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Optimaler Zeitpunkt: Woche 3-5 der vegetativen Phase, wenn die Pflanze mindestens 4-6 Nodien (Blattpaare) entwickelt hat.

Benötigte Materialien:

  • Sterile, scharfe Schere oder Skalpell (mit Isopropanol desinfiziert)
  • Optional: Wund-Versiegelungspaste (reduziert Infektionsrisiko)

Durchführung:

  1. Identifikation des Schnittpunkts: Wählen Sie einen Punkt oberhalb des 4.-6. Knotens (je nach gewünschter finaler Pflanzenhöhe)
  2. Präziser Schnitt: Entfernen Sie die apikale Spitze 3-5 mm oberhalb des gewählten Knotens mit einem sauberen, horizontalen Schnitt
  3. Wund-Management: Die Schnittstelle sollte glatt sein (keine Quetschung). Optional kann Wund-Versiegelungspaste appliziert werden
  4. Erholungsphase: 3-7 Tage Wachstumsstillstand sind normal. Reduzieren Sie in dieser Phase Nährstoffgabe um 30-50%
  5. Beobachtung: Nach 7-10 Tagen sollten die zwei lateralen Triebe dominantes Wachstum zeigen

Kritische Parameter:

  • Nicht zu früh: Pflanzen mit weniger als 4 Nodien sind zu jung – erhöhtes Schock-Risiko
  • Nicht zu spät: Topping in später vegetativer Phase oder während Blüte verursacht exzessiven Stress
  • Nie bei Autoflowering-Sorten: Autos haben keine Zeit für Erholung von High-Stress-Techniken

Wissenschaftlich validierte FIM-Sorten für multiple Cola-Entwicklung

Diese Cannabis-Genetiken zeigen optimale FIM-Response durch ausgeprägte laterale Meristem-Aktivierung und Auxin-Toleranz. Critical Kush (80% Indica) für maximale Cola-Anzahl (5-8), Gorilla Zkittlez (50/50 Hybrid) für balancierte FIM-Resultate (4-6 Colas). Beide Sorten weisen kurze Erholungszeit (3-5 Tage) und hohe Stress-Toleranz auf. Professionelle feminisierte Samen für kontrollierte High-Stress-Training-Projekte mit wissenschaftlich dokumentierten Ertragsparametern.

Was ist FIM?

FIM (Fuck I Missed) entstand als „missglücktes“ Topping, bei dem versehentlich nur 75-80% des apikalen Meristems entfernt wurden. Die Entdecker stellten fest, dass diese Technik 3-5 neue Haupttriebe anstelle von nur zwei produziert – mehr als bei perfektem Topping.

Das biologische Prinzip

Im Gegensatz zu Topping, welches das apikale Meristem vollständig entfernt, belässt FIM 20-25% des Gewebes intakt. Dies führt zu einer komplexeren hormonellen Response:

  • Das verbleibende apikale Gewebe produziert weiterhin Auxine, jedoch in reduzierter Konzentration
  • Multiple laterale Meristeme werden teilweise aktiviert (nicht nur die zwei obersten)
  • Das beschädigte apikale Meristem spaltet sich häufig in 2-4 neue Wachstumsspitzen

Resultat: 3-5 (gelegentlich bis zu 8) neue Haupttriebe aus einer einzigen FIM-Intervention.

FIM: Schritt-für-Schritt-Anleitung

Optimaler Zeitpunkt: Woche 3-5 der vegetativen Phase, identisch zu Topping.

Benötigte Materialien:

  • Sterile, scharfe Schere oder Finger (FIM kann auch durch Kneifen erfolgen)
  • Präzision ist weniger kritisch als bei Topping

Durchführung:

  1. Identifikation des Schnittpunkts: Fokus auf die obersten 1-2 cm des apikalen Meristems
  2. Partieller Schnitt: Entfernen Sie 75-80% der apikalen Spitze – schneiden Sie horizontal durch die jüngsten Blattansätze hindurch (nicht oberhalb wie bei Topping)
  3. Visuelle Kontrolle: Nach FIM sollte ein „zerfranstes“ Erscheinungsbild mit teilweise intaktem Gewebe sichtbar sein
  4. Erholungsphase: 2-5 Tage Wachstumsverlangsamung (kürzer als bei Topping)
  5. Beobachtung: Nach 7-14 Tagen sollten 3-5 neue dominante Wachstumsspitzen entstanden sein

Kritische Parameter:

  • Präzision weniger kritisch: FIM verzeiht „Fehler“ – zu viel oder zu wenig entfernt funktioniert oft trotzdem
  • Variable Resultate: Die Anzahl neuer Triebe variiert (3-8) – weniger vorhersagbar als Topping
  • Weniger Stress: Kürzere Erholungszeit als Topping

Topping vs. FIM: Direkter wissenschaftlicher Vergleich

Parameter Topping FIM
Entfernte Gewebemenge 100% des apikalen Meristems 75-80% des apikalen Meristems
Anzahl neuer Haupttriebe 2 (vorhersagbar) 3-5 (variabel, bis zu 8)
Erholungszeit 5-7 Tage 3-5 Tage
Stress-Level Hoch Mittel-Hoch
Präzisionsanforderung Hoch (exakter Schnitt erforderlich) Niedrig (toleriert Ungenauigkeit)
Ertragssteigerung 20-30% 25-40%
Vorhersagbarkeit Sehr hoch (immer 2 Triebe) Moderat (3-8 Triebe)
Wiederholbarkeit Exzellent (mehrfaches Topping möglich) Gut (FIM kann wiederholt werden)
Anfängerfreundlichkeit Mittel (Präzision erforderlich) Hoch (fehlerverzeihend)
Beste Anwendung Symmetrische Strukturen, Mainlining Maximale Cola-Anzahl, buschige Pflanzen

Topping-optimierte Cannabis-Sorten: Symmetrische Strukturen, maximale Kontrolle

Diese Genetiken wurden für ihre außergewöhnliche Response auf Topping selektiert. Jack Herer benötigt Topping für Höhenkontrolle indoor, Critical Kush entwickelt nach Topping 2-4 massive symmetrische Hauptcolas, während Gorilla Zkittlez beide High-Stress-Techniken toleriert. Feminisierte Premium-Samen von renommierten Züchtern – perfekt für Mainlining, SCROG-Vorbereitung und kontrollierte Ertragsmaximierung.

Wann welche Technik? Szenarien-basierte Entscheidung

Wählen Sie TOPPING wenn:

1. Symmetrie und Kontrolle Priorität haben

  • Sie planen mehrfaches Topping (Mainlining) für 8, 16 oder 32 symmetrische Colas
  • Sie SCROG anwenden und exakte Kontrolle über Cola-Positionierung benötigen
  • Sie Sorten mit natürlich geringer Verzweigung trainieren (z.B. dominante Sativas)

2. Vorhersagbare Resultate erforderlich sind

  • Kommerzielle Produktion mit Konsistenz-Anforderungen
  • Wissenschaftliche Experimente mit kontrollierten Variablen
  • Erste High-Stress-Training-Versuche (Topping ist leichter zu „verstehen“)

3. Extreme Höhenkontrolle notwendig ist

  • Sehr limitierter Vertikalraum (<120 cm)
  • Sativa-dominante Sorten mit extremem Stretch (z.B. Jack Herer)
  • Outdoor-Diskretion in urbanen Kontexten

Wählen Sie FIM wenn:

1. Maximale Cola-Anzahl das Ziel ist

  • Sie möchten aus einer Intervention 4-8 Hauptcolas erhalten
  • Sie buschige, kompakte Pflanzen mit multipler Blütenentwicklung bevorzugen
  • Sie Indica-dominante Sorten trainieren, die natürlich zur Verzweigung neigen

2. Kürzere Erholungszeit kritisch ist

  • Anbau mit zeitlichen Constraints (schnelle Rotationen)
  • Späte vegetative Phase (Woche 5-6) – weniger Zeit für Erholung
  • Kombination mit anderen Stress-Techniken (minimale kumulative Stress-Zeit gewünscht)

3. Anfänger-Status oder experimentelle Ansätze

  • Erste Versuche mit High-Stress-Training (FIM verzeiht Fehler)
  • Experimentieren mit neuen Genetiken (unbekannte Response auf Training)
  • Kreative Kronenstrukturen ohne strenge Symmetrie-Anforderungen

Sortenspezifische Empfehlungen: Topping vs. FIM

Indica-dominante Sorten: FIM bevorzugt

Begründung: Indica-Genetiken zeigen natürlich ausgeprägte Seitenverzweigung und buschige Struktur. FIM verstärkt diese Eigenschaft optimal.

Beispiel: Critical Kush

  • Genetik: 80% Indica / 20% Sativa
  • Natürliche Morphologie: Kompakt, starke Seitenverzweigung, kurze Internodien
  • Empfohlene Technik: FIM in Woche 3-4
  • Erwartetes Resultat: 5-8 schwere Hauptcolas, Ertragssteigerung 30-40% (von 450 g/m² auf 600-700 g/m²)
  • Warum nicht Topping?: Topping würde nur 2 Colas erzeugen – verschenktes Potenzial bei bereits buschiger Genetik

Weitere FIM-geeignete Indica-Sorten: Blueberry, Northern Lights, Afghan Kush, Granddaddy Purple

Sativa-dominante Sorten: Topping bevorzugt

Begründung: Sativa-Genetiken zeigen natürlich geringere Seitenverzweigung und dominantes vertikales Wachstum. Topping bricht diese Dominanz effektiv.

Beispiel: Jack Herer

  • Genetik: 55% Sativa / 45% Indica
  • Natürliche Morphologie: Stretch-intensiv (150-200 cm untrainiert), moderate Verzweigung, lange Internodien
  • Empfohlene Technik: Topping in Woche 3, gefolgt von zweitem Topping in Woche 5
  • Erwartetes Resultat: 4 kontrollierte Hauptcolas, Höhenreduktion auf 100-130 cm, Ertragssteigerung 25-35%
  • Warum nicht FIM?: FIM bei Sativas erzeugt oft ungleichmäßige, schwer kontrollierbare Strukturen – Topping bietet bessere Kontrolle

Weitere Topping-geeignete Sativa-Sorten: Haze-Varianten, Durban Poison, Amnesia, Sour Diesel

Hybrid-Sorten (50/50): Beide Techniken geeignet

Begründung: Balanced Hybrids zeigen Charakteristika beider Elternteile – beide Techniken funktionieren, Wahl abhängig von spezifischen Zielen.

Beispiel: Gorilla Zkittlez

  • Genetik: 50% Indica / 50% Sativa (Gorilla Glue #4 x Zkittlez)
  • Natürliche Morphologie: Moderate Höhe (120-150 cm), gute Seitenverzweigung, moderate Stretch
  • Empfohlene Technik: Beides funktioniert – FIM für maximale Colas, Topping für Symmetrie
  • FIM-Ansatz: 1x FIM Woche 4 → 5-7 Hauptcolas, buschige Struktur
  • Topping-Ansatz: 1x Topping Woche 3 + 1x Woche 5 → 4 symmetrische Colas, kontrollierte Struktur
  • Ertragssteigerung: Beide Techniken: 25-35%

Entscheidungskriterien bei Hybrids:

  • Wählen Sie FIM: Wenn Sie maximale Cola-Anzahl und kürzere Erholungszeit priorisieren
  • Wählen Sie Topping: Wenn Sie SCROG, Mainlining oder symmetrische Strukturen planen

Advanced Techniques: Mehrfaches Topping und FIM-Kombinationen

Mainlining (symmetrisches mehrfaches Topping)

Konzept: Wiederholtes, symmetrisches Topping zur Erzeugung exakt 8, 16 oder 32 identischer Hauptcolas.

Protokoll für 8 Colas:

  1. Woche 3: Erstes Topping oberhalb 3. Knotens → 2 Triebe
  2. Woche 5: Beide Triebe toppen → 4 Triebe
  3. Woche 7: Alle 4 Triebe toppen → 8 Triebe
  4. Lollipopping: Sämtliches Wachstum unterhalb der 8 Colas entfernen
  5. Resultat: 8 perfekt symmetrische, gleichwertige Hauptcolas

Vorteile:

  • Spektakuläres visuelles Erscheinungsbild
  • Perfekte Homogenität (alle Colas reifen synchron)
  • Optimale SCROG-Integration

Nachteile:

  • Verlängerte vegetative Phase (8-10 Wochen erforderlich)
  • Kumulative Erholungszeit (15-21 Tage gesamt)
  • Nicht für Autoflowering-Sorten geeignet

Beste Sorten für Mainlining: Sativa-dominante Genetiken mit langer vegetativer Phase (Jack Herer, Haze-Varianten)

FIM + LST Kombination

Konzept: FIM für multiple Colas, anschließend LST (Low Stress Training) zur horizontalen Verteilung.

Protokoll:

  1. Woche 3: FIM-Intervention → 4-6 neue Triebe
  2. Woche 4-6: Alle neuen Triebe horizontal mit LST fixieren
  3. Resultat: Flache, breite Krone mit 4-6 gleichwertigen Hauptcolas

Vorteile:

  • Kombination von High-Stress (FIM) und Low-Stress (LST) maximiert Ertrag
  • Kürzere kumulative Erholungszeit als mehrfaches Topping
  • Ausgezeichnete Lichtausnutzung

Beste Sorten: Indica-dominante Hybrids (Critical Kush, Gorilla Zkittlez)

Topping + SCROG

Konzept: Einfaches oder doppeltes Topping zur Vorbereitung für SCROG (Screen of Green).

Protokoll:

  1. Woche 3: Topping oberhalb 4. Knotens → 2 Triebe
  2. Optional Woche 5: Beide Triebe toppen → 4 Triebe
  3. Woche 6: SCROG-Netz installieren
  4. Woche 6-8: Triebe durch SCROG-Netz weben
  5. Resultat: Perfekt gefülltes SCROG-Canopy mit symmetrischer Cola-Verteilung

Vorteile:

  • Topping erzeugt ideale Ausgangsbasis für SCROG
  • Symmetrische Struktur erleichtert Netz-Ausfüllung
  • Maximale Ertragssteigerung (40-60% möglich)

Beste Sorten: Alle mittelgroßen Genetiken (100-150 cm untrainiert)

Häufige Fehler und Vermeidungsstrategien

Fehler 1: Topping/FIM bei Autoflowering-Sorten

Problematik: Autoflowering-Cannabis hat fixe Lebenszyklen (8-12 Wochen gesamt). Die 5-7 Tage Erholungszeit nach High-Stress-Training reduzieren die Gesamt-Ertragszeit signifikant.
Konsequenz: Reduzierte Erträge trotz Training (Erholungszeit überwiegt Verzweigungs-Vorteil)
Lösung: Bei Autoflowering-Sorten ausschließlich Low-Stress-Training (LST) anwenden

Fehler 2: Zu spätes Topping/FIM

Problematik: Topping/FIM in später vegetativer Phase (Woche 6+) oder während Blüte
Konsequenz: Exzessiver Stress, verlängerte Erholung, potenzielle Hermaphroditen-Entwicklung
Lösung: Spätester Zeitpunkt: Woche 5 vegetativ. Absolutes Limit: 1 Woche vor Blüten-Induktion

Fehler 3: Unsaubere Schnitte (Gewebequetschung)

Problematik: Stumpfe Scheren quetschen Gewebe anstatt zu schneiden
Konsequenz: Verlängerte Heilung, erhöhtes Infektionsrisiko, Nekrose
Lösung: Ausschließlich scharfe, sterilisierte Werkzeuge (Isopropanol-Desinfektion). Glatter Schnitt ohne Quetschung

Fehler 4: Exzessive Nährstoffgabe während Erholung

Problematik: Fortsetzung hoher Nährstoffgabe unmittelbar nach Topping/FIM
Konsequenz: Nährstoffverbrennung (Pflanze kann während Erholung weniger Nährstoffe verarbeiten)
Lösung: Nährstoffgabe um 30-50% reduzieren für 5-7 Tage nach Intervention

Fehler 5: FIM mit Topping verwechseln (zu viel entfernen)

Problematik: Versehentliche vollständige Entfernung des apikalen Meristems bei FIM-Intention
Konsequenz: Resultat ist Topping (2 Triebe) anstatt FIM (4-8 Triebe)
Lösung: Bei FIM bewusst „zu wenig“ entfernen – es sollte zerfranstes Gewebe verbleiben

Fehler 6: Mehrfaches Topping ohne ausreichende Erholungszeit

Problematik: Zweites Topping unmittelbar nach Erholung vom ersten (z.B. nach 7 Tagen)
Konsequenz: Kumulative Stress-Akkumulation, gestörtes Wachstum
Lösung: Minimum 14 Tage Abstand zwischen Topping-Interventionen

Topping/FIM und deutsches Cannabis-Gesetz (CanG)

Das Cannabis-Gesetz (CanG) gestattet seit April 2024 maximal drei Pflanzen pro volljähriger Person. High-Stress-Training optimiert diese Limitierung:

Strategie 1: Mainlining für maximale Homogenität

  • Anwendung: Alle drei Pflanzen identisch trainieren (z.B. jeweils 8-Cola-Mainlining)
  • Resultat: 24 identische Colas gesamt, perfekte Synchronisation bei Ernte
  • Vorteil: Optimale Planung, homogene Qualität

Strategie 2: Diversifizierung

  • Pflanze 1: Topping + SCROG (maximaler Ertrag)
  • Pflanze 2: FIM + LST (buschige Struktur)
  • Pflanze 3: Nur LST (Kontrolle, geringster Stress)
  • Vorteil: Verschiedene Erntezeiten, Risikostreuung

Strategie 3: Zeitversetzte Rotationen

  • Pflanze 1: Woche 1 gestartet, Topping Woche 4
  • Pflanze 2: Woche 5 gestartet, FIM Woche 9
  • Pflanze 3: Woche 9 gestartet, Topping Woche 13
  • Vorteil: Kontinuierliche Ernten alle 8-10 Wochen

Wissenschaftliche Grundlagen: Hormonelle Regulation

Auxine und apikale Dominanz

Die apikale Dominanz wird primär durch das Phytohormon Auxin (Indol-3-essigsäure, IAA) reguliert, welches im apikalen Meristem synthetisiert wird. Auxin wird basipetal (nach unten) transportiert und supprimiert die Aktivierung lateraler Knospen durch Inhibition von Cytokinin-Response-Pathways Auxin and Apical Dominance – NCBI.

Topping-Effekt: Vollständige Entfernung der Auxin-Quelle → sofortige Aufhebung der lateralen Suppression → Aktivierung der zwei obersten lateralen Meristeme

FIM-Effekt: Partielle Reduktion der Auxin-Quelle → graduelle Aufhebung der Suppression → Aktivierung multipler lateraler Meristeme + Spaltung des beschädigten apikalen Meristems

Stress-Response und Erholungszeit

Gewebeschädigung aktiviert systemische Stress-Response-Pathways, primär vermittelt durch:

  • Jasmoninsäure (JA): Signalmolekül für Verwundungs-Response
  • Salicylsäure (SA): Aktiviert Verteidigungs-Gene
  • Ethylen: Stress-Hormon, temporär wachstumshemmend

Die Erholungszeit (3-7 Tage) repräsentiert die Dauer bis zur Normalisierung dieser Hormon-Konzentrationen und Reaktivierung von Wachstums-Pathways.

Equipment und Best Practices

Professionelle Werkzeuge

Werkzeug Verwendung Kritische Eigenschaften Preis
Fiskars Micro-Tip Pruning Snips Präzisions-Topping Extrem scharf, sterilisierbar, präzise Spitze 15-25€
Chikamasa B-500SL Professionelles Topping/FIM Fluorin-beschichtet (reduziert Harz-Adhesion) 25-35€
Scalpel (Nr. 11 Klinge) Mainlining, exakte Schnitte Chirurgische Präzision, Einweg-Klingen 10-15€ (Griff) + 5€/10 Klingen
Isopropanol 99% Werkzeug-Desinfektion Hochkonzentriert, schnelle Verdunstung 5-10€/500ml

Hygiene-Protokoll

  1. Vor jeder Pflanze: Werkzeuge in Isopropanol tauchen, 30 Sekunden einwirken lassen
  2. Hände waschen: Vermeidung von Pathogen-Übertragung
  3. Einweg-Handschuhe: Optional, reduziert Kontamination weiter
  4. Wund-Versiegelung: Optional applizieren (Canker Wound Sealer, 10-15€)

Fazit: Topping vs. FIM – Die richtige Wahl für Ihre Genetik

Topping und FIM sind beide hocheffektive Techniken zur Ertragssteigerung, unterscheiden sich jedoch fundamental in Anwendungsszenarien und Resultaten:

Wählen Sie TOPPING für:

  • ✓ Sativa-dominante Genetiken (z.B. Jack Herer)
  • ✓ Symmetrische Strukturen und Mainlining
  • ✓ SCROG-Vorbereitung
  • ✓ Vorhersagbare, kontrollierte Resultate
  • ✓ Extreme Höhenkontrolle

Wählen Sie FIM für:

  • ✓ Indica-dominante Genetiken (z.B. Critical Kush)
  • ✓ Maximale Cola-Anzahl aus einer Intervention
  • ✓ Kürzere Erholungszeit
  • ✓ Anfänger-freundliche Fehlertoleranz
  • ✓ Buschige, kompakte Strukturen

Balanced Hybrids (z.B. Gorilla Zkittlez):

  • Beide Techniken funktionieren – Wahl abhängig von spezifischen Zielen
  • FIM für maximale Colas, Topping für Symmetrie

Universal-Empfehlung: Experimentieren Sie mit beiden Techniken über mehrere Grows, um die optimale Methode für Ihre spezifischen Genetiken und Anbau-Bedingungen zu identifizieren. Dokumentieren Sie Resultate systematisch (Anzahl Colas, Erholungszeit, finaler Ertrag) zur kontinuierlichen Optimierung.

Topping-Champions: Sativa-Kontrolle und symmetrische Erträge

Topping ist essentiell für Sativa-dominante Sorten wie Jack Herer, die ohne Training 150-200 cm erreichen – mit Topping kontrollierbare 100-130 cm. Critical Kush reagiert mit 2-4 identischen Hauptcolas für perfekte SCROG-Integration. Gorilla Zkittlez bietet flexible Response für Mainlining-Projekte. Investieren Sie in bewährte Genetik für vorhersagbare Topping-Resultate und 20-40% Ertragssteigerung.

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