SOG (Sea of Green): Maximale Erträge auf kleinstem Raum

SOG Sea of Green Cannabis viele kleine Pflanzen dichte Konfiguration Hauptcolas

SOG (Sea of Green): Maximale Erträge auf kleinstem Raum

Aktualisiert: Februar 2026 | Lesezeit: 16 Minuten

Die SOG-Methode (Sea of Green, deutsch: „Grünes Meer“) revolutionierte den Cannabis-Indoor-Anbau durch ein radikales Konzept: Statt wenige große Pflanzen zu kultivieren, werden viele kleine Pflanzen in hoher Dichte angebaut und früh in die Blüte geschickt. Das Resultat ist eine gleichmäßige „grüne Oberfläche“ aus unzähligen Hauptcolas, die maximale Raumausnutzung und schnelle Rotationszyklen ermöglicht.

Diese wissenschaftlich fundierte Analyse erklärt die biologischen Grundlagen der SOG-Methode, bietet detaillierte Implementierungsstrategien und identifiziert die optimal geeigneten Cannabis-Genetiken für diese effiziente Anbautechnik.

Was ist die SOG-Methode?

SOG (Sea of Green) ist eine Hochdichte-Anbautechnik, bei der 9-25 Pflanzen pro Quadratmeter kultiviert werden – wesentlich mehr als bei konventionellen Methoden (4-6 Pflanzen/m²). Die Pflanzen werden nach minimaler vegetativer Phase (1-3 Wochen) in die Blütephase überführt, was kleine, kompakte Pflanzen mit einer dominanten Hauptcola erzeugt.

Das Grundprinzip: Quantität durch Dichte

Während Techniken wie SCROG oder LST darauf abzielen, aus wenigen Pflanzen viele Colas zu erzeugen, verfolgt SOG den umgekehrten Ansatz:

  • Viele Pflanzen (16-25 pro m²) mit jeweils einer Hauptcola
  • Minimale vegetative Phase (1-3 Wochen statt 4-8 Wochen)
  • Kein Training erforderlich (Pflanzen wachsen natürlich vertikal)
  • Frühe Blüten-Induktion bei 15-30 cm Höhe

Resultat: Ein dichtes „grünes Meer“ aus hunderten kleiner Hauptcolas auf engem Raum, die alle optimale Lichtexposition erhalten.

SOG vs. SCROG: Fundamentale Unterschiede

Parameter SOG (Sea of Green) SCROG (Screen of Green)
Pflanzendichte 16-25 Pflanzen/m² 4-6 Pflanzen/m²
Vegetative Phase 1-3 Wochen 6-8 Wochen
Training erforderlich Nein (optional Lollipopping) Ja (intensives Weaving)
Zeitaufwand täglich Niedrig (5-10 Min) Hoch (20-40 Min)
Seed-to-Harvest 8-10 Wochen 14-18 Wochen
Ertrag pro Pflanze 15-30g 100-150g
Ertrag gesamt/m² 400-600g 500-750g
Schwierigkeit Niedrig-Mittel Mittel-Hoch
Beste für Schnelle Rotationen, Anfänger Maximale Erträge, erfahrene Grower

SOG-Champions: 400-600g/m² in 9-10 Wochen Gesamtzeit

Diese Sorten wurden für maximale SOG-Effizienz selektiert: Critical Kush liefert 25-35g pro Pflanze bei 16 Pflanzen/m² (400-560g/m² gesamt), Northern Lights produziert 20-30g pro Pflanze mit minimaler Phänotyp-Varianz für gleichmäßige Ernten, Shaman kombiniert 22-32g pro Pflanze mit außergewöhnlicher Schimmelresistenz. Alle drei: kompakte Finalhöhe (60-100 cm), dominante Hauptcola, 8-9 Wochen Blüte. Feminisierte Premium-Genetik für schnelle Rotationen und konsistente SOG-Erträge. Investieren Sie in bewährte Qualität für 4-5 Ernten pro Jahr.

6. Optimierung bei gesetzlichen Einschränkungen umgehen

Wichtiger Hinweis: In Deutschland erlaubt das Cannabis-Gesetz (CanG) seit April 2024 maximal 3 Pflanzen. SOG mit 16-25 Pflanzen ist daher nicht legal für privaten Eigenanbau. Diese Methode ist primär relevant für:

  • Zukünftige Cannabis-Clubs (Anbauvereinigungen gemäß CanG)
  • Medizinische Lizenznehmer
  • Länder ohne Pflanzenzahl-Limitierung

SOG-Methode: Wissenschaftlich fundierte Implementierung

Erforderliche Materialien und Infrastruktur

Grow-Raum:

  • Mindestgröße: 1 m² (größere Flächen effizienter)
  • Höhe: 150-180 cm ausreichend (SOG-Pflanzen bleiben kompakt)

Beleuchtung:

  • HPS: 600W pro m² (bewährt für SOG)
  • LED: 400-500W Full Spectrum pro m²
  • Kritisch: Gleichmäßige Lichtverteilung über gesamte Fläche (keine Hot-Spots)

Pflanzgefäße:

  • Größe: 3-7 Liter pro Pflanze (kleine Töpfe für kompakte Pflanzen)
  • Typ: Quadratische Töpfe maximieren Raumausnutzung besser als runde
  • Alternative: Hydroponic-Systeme (NFT, DWC) für SOG optimal

Genetik:

  • Klone bevorzugt: Garantiert genetische Homogenität (alle Pflanzen identisch)
  • Feminisierte Samen: Akzeptabel, aber höhere Phänotyp-Varianz
  • Niemals reguläre Samen: Männliche Pflanzen verschwenden Raum

SOG Schritt-für-Schritt: Detaillierte Anleitung

Phase 1: Vorbereitung und Keimung (Woche 0-1)

Schritt 1: Genetik-Auswahl

  • Wählen Sie SOG-geeignete Sorten (siehe Abschnitt unten)
  • Ideal: Indica-dominante, kompakte Genetiken
  • Vermeiden: Extreme Sativas mit langem Stretch

Schritt 2: Klonproduktion oder Keimung

  • Klone (bevorzugt): 16-25 identische Klone von bewährter Mutterpflanze
  • Samen: Keimung von 18-28 Samen (Reserve für männliche/schwache Exemplare)

Schritt 3: Grow-Raum vorbereiten

  • Pflanzgefäße in dichtem Raster anordnen (20×20 cm oder 25×25 cm Abstand)
  • Bewässerungs-System installieren (Tropf-Bewässerung empfohlen für hohe Pflanzendichte)

Phase 2: Kurze vegetative Phase (Woche 1-3)

Schritt 4: Minimale Veg-Zeit

  • Klone: 1-2 Wochen Veg (nur bis Wurzelsystem etabliert)
  • Samen: 2-3 Wochen Veg (bis 15-25 cm Höhe erreicht)
  • Lichtzyklus: 18/6 oder 20/4

Schritt 5: Optional – Lollipopping

  • Entfernung aller Seitentriebe und Blätter im unteren Drittel
  • Fokussiert Energie auf die Hauptcola
  • Verbessert Luftzirkulation bei hoher Pflanzendichte

Kritischer Parameter: SOG basiert auf früher Blüten-Induktion. Pflanzen sollten bei Blüte-Beginn nur 15-30 cm groß sein – größere Pflanzen führen zu Überwucherung.

Phase 3: Blütephase (Woche 4-12)

Schritt 6: Blüten-Induktion

  • Umstellung auf 12/12 Lichtzyklus bei Pflanzenhöhe von 15-30 cm
  • Pflanzen werden in ersten 2-3 Wochen auf 40-60 cm Finalhöhe stretchen

Schritt 7: Dichtes Canopy managen

  • Luftzirkulation kritisch: Starke Ventilatoren installieren (Schimmelrisiko bei hoher Dichte)
  • Selektive Defoliation: Große Fächerblätter entfernen, die Nachbarpflanzen beschatten
  • Luftfeuchtigkeit: <50% in Blüte (Schimmelprophylaxe)

Schritt 8: Gleichmäßige Bewässerung/Nährstoffgabe

  • Automatisierte Tropf-Bewässerung ideal (manuelle Bewässerung von 16-25 Pflanzen zeitaufwendig)
  • Alle Pflanzen erhalten identische Nährstoffmengen
  • Häufigeres Gießen als bei großen Pflanzen (kleinere Wurzelsysteme in 3-7L Töpfen)

Phase 4: Ernte (Woche 9-13)

Schritt 9: Synchronisierte Ernte

  • Vorteil von SOG: Alle Pflanzen reifen nahezu gleichzeitig
  • Ernte wenn 80-90% der Trichome milchig-trüb
  • Gesamt-Ertrag: 15-30g pro Pflanze × 16-25 Pflanzen = 400-600g/m²

Schritt 10: Sofortige Neubestückung (Perpetual Harvest)

  • Neue Klone/Sämlinge stehen bereits in Veg-Phase bereit
  • Grow-Raum wird innerhalb von 1-2 Tagen nach Ernte neu bestückt
  • Kontinuierliche Produktion: Alle 8-10 Wochen eine Ernte

SOG-Konfigurationen: Pflanzendichte-Varianten

Variante 1: Moderate Dichte (9-12 Pflanzen/m²)

Konfiguration: 3×3 oder 3×4 Raster auf 1 m²

Vorteile:

  • Einfacheres Management (weniger Pflanzen)
  • Bessere Luftzirkulation
  • Größere Pflanzen (30-40g pro Pflanze möglich)

Nachteile:

  • Längere Veg-Phase erforderlich (3-4 Wochen)
  • Geringere Rotationsgeschwindigkeit

Beste für: Anfänger, kleinere Grow-Räume, manuelle Bewässerung

Variante 2: Standard-Dichte (16 Pflanzen/m²)

Konfiguration: 4×4 Raster auf 1 m²

Vorteile:

  • Optimales Balance zwischen Dichte und Handling
  • Klassische SOG-Konfiguration (meiste Erfahrungsberichte)
  • 20-30g pro Pflanze realistisch

Nachteile:

  • Erhöhte Schimmel-Wachsamkeit erforderlich
  • Automatisierte Bewässerung empfohlen

Beste für: Standard-SOG, ausgewogene Resultate

Variante 3: Extreme Dichte (25 Pflanzen/m²)

Konfiguration: 5×5 Raster auf 1 m²

Vorteile:

  • Maximale Raumausnutzung
  • Kürzeste Veg-Phase (1-2 Wochen)
  • Schnellste Rotationen

Nachteile:

  • Sehr hohes Schimmelrisiko (kritische Luftzirkulation)
  • Schwieriges manuelles Handling (Pflanzen kaum erreichbar)
  • Automatisierung zwingend erforderlich
  • 15-25g pro Pflanze (kleinere Colas)

Die besten Cannabis-Sorten für SOG-Anfänger: Kompakt, homogen, fehlerverzeihend

Ihr erster SOG-Versuch? Diese drei Sorten sind außergewöhnlich anfängerfreundlich: Northern Lights (95% Indica) verzeiht Fehler, wächst extrem gleichmäßig und bleibt kompakt ohne Training – ideal für erste SOG-Projekte. Critical Kush produziert schwere Einzelcolas auch bei Sub-optimalen Bedingungen. Shaman überzeugt mit Schimmelresistenz (kritisch bei SOG-Dichte). Alle drei Sorten: kurze Blütezeit (8-9 Wochen), minimaler Stretch, homogenes Wachstum. Starten Sie Ihr SOG-Projekt mit professioneller Genetik für garantierte Erfolge.

Wissenschaftlich nachgewiesene Vorteile der SOG-Methode

1. Drastisch verkürzte Kultivierungszeit

Der signifikanteste Vorteil von SOG liegt in der Zeitersparnis:

  • Konventionell: 4-6 Wochen Veg + 8-10 Wochen Blüte = 12-16 Wochen gesamt
  • SOG: 1-3 Wochen Veg + 8-10 Wochen Blüte = 9-13 Wochen gesamt
  • Zeitersparnis: 3-5 Wochen pro Zyklus

Praktische Konsequenz: Mit SOG sind 4-5 Ernten pro Jahr möglich (konventionell: 3-4 Ernten). Dies kompensiert die geringeren Erträge pro Pflanze durch höhere Rotationsfrequenz.

2. Optimale Raumausnutzung

SOG maximiert die Nutzung des verfügbaren Beleuchtungs-Footprints:

  • Jede Pflanze beansprucht nur 400-625 cm² Grundfläche (20×20 cm bis 25×25 cm)
  • Sämtliche Pflanzen befinden sich in der optimalen PPFD-Zone (Photosynthetic Photon Flux Density)
  • Keine „toten Zonen“ mit unzureichender Lichtintensität

Beispielrechnung (1 m² Anbaufläche):

  • 16 Pflanzen × 25-35g = 400-560g Ertrag
  • Konventionell (4 Pflanzen × 100g) = 400g Ertrag
  • SOG-Vorteil: Identischer Ertrag in 60-70% der Zeit

3. Homogene Blütenqualität

Bei SOG entwickelt jede Pflanze primär eine Hauptcola, die optimale Lichtexposition erhält. Dies resultiert in:

  • Gleichmäßiger Trichom-Entwicklung über alle Pflanzen
  • Synchronisierter Reife (alle Pflanzen zur gleichen Zeit erntereif)
  • Minimierung minderwertiger „Popcorn-Buds“
  • Konsistenter Cannabinoid-Konzentration

4. Fehlertoleranz und Risikominimierung

Die hohe Pflanzenzahl bietet inhärente Redundanz:

  • Einzelpflanzen-Ausfall: Verlust von 1-2 Pflanzen (bei Schädlingen, Krankheit) reduziert Gesamtertrag nur um 4-12%
  • Konventionell: Verlust einer von vier Pflanzen = 25% Ertragsreduktion
  • Phänotyp-Varianz: Schwächere Phänotypen werden durch stärkere kompensiert

5. Vereinfachte Pflege

SOG eliminiert komplexe Training-Anforderungen:

  • Kein Topping, FIM oder LST erforderlich
  • Minimales Defoliation (nur unterste Blätter)
  • Einfaches Bewässerungs-Management (alle Pflanzen identisch)
  • Ideal für Anfänger oder automatisierte Systeme

Beste für: Erfahrene Grower, vollautomatisierte Systeme, maximale Zeiteffizienz

Die besten Cannabis-Sorten für SOG

SOG funktioniert am besten mit Genetiken, die spezifische morphologische Charakteristika aufweisen:

Ideale SOG-Eigenschaften

  • Kompakte Wuchsform: Indica-dominante Genetiken bevorzugt
  • Minimaler Stretch: Nicht mehr als 100% Höhenzunahme in Blüte
  • Dominante Hauptcola: Natürlich geringer Seitenverzweigung
  • Kurze bis mittlere Blütezeit: 7-9 Wochen optimal
  • Homogene Genetik: Klonierbarkeit oder stabile F1-Hybriden
  • Schimmelresistenz: Kritisch bei hoher Pflanzendichte

SOG-Champions: Top 3 Empfehlungen

1. Critical Kush – Der SOG-Klassiker

  • Genetik: 80% Indica / 20% Sativa (Critical Mass × OG Kush)
  • Begründung der Eignung: Extrem kompakte Struktur (60-80 cm Finalhöhe bei SOG), massive einzelne Hauptcolas, kurze Blütezeit (8 Wochen)
  • SOG-Ertrag pro Pflanze: 25-35g (bei 16 Pflanzen/m² = 400-560g/m²)
  • Stretch-Verhalten: Minimal (50-70% Zunahme in Blüte)
  • Besonderheit: Die massiven, dichten Hauptcolas von Critical Kush sind für SOG wie geschaffen – jede Pflanze produziert einen schweren zentralen Blütenstand ohne signifikante Seitenverzweigung
  • Seed-to-Harvest: 9-10 Wochen

2. Northern Lights – Die anfängerfreundliche SOG-Legende

  • Genetik: 95% Indica / 5% Sativa
  • Begründung der Eignung: Legendär kompaktes Wachstum, außergewöhnliche Homogenität (minimale Phänotyp-Varianz), extreme Fehlertoleranz
  • SOG-Ertrag pro Pflanze: 20-30g (bei 16 Pflanzen/m² = 320-480g/m²)
  • Stretch-Verhalten: Sehr gering (40-60%)
  • Besonderheit: Northern Lights ist die meistempfohlene SOG-Sorte für Anfänger – verzeiht Fehler, wächst extrem gleichmäßig und bleibt kompakt auch ohne Training. Ideale Wahl für erste SOG-Versuche
  • Zusätzlicher Vorteil: Sehr schimmelresistent – reduziert Risiken bei dichter SOG-Konfiguration
  • Seed-to-Harvest: 9-11 Wochen

3. Shaman – Schnelle SOG-Rotation

  • Genetik: 60% Sativa / 40% Indica (Purple #1 × Skunk)
  • Begründung der Eignung: Trotz Sativa-Dominanz kompakte Struktur (80-100 cm bei SOG), robuste Konstitution, gute Schimmelresistenz
  • SOG-Ertrag pro Pflanze: 22-32g (bei 16 Pflanzen/m² = 350-510g/m²)
  • Stretch-Verhalten: Moderat (60-80%)
  • Besonderheit: Shaman ist eine der wenigen Sativa-dominanten Sorten, die für SOG geeignet sind. Bietet das zerebrale Sativa-High mit der kompakten Indica-Struktur – beste Wahl für SOG-Grower, die Sativa-Effekte bevorzugen
  • Outdoor-Bonus: Ursprünglich für niederländische Outdoor-Bedingungen gezüchtet – außergewöhnlich schimmelresistent, was bei SOG-Dichte vorteilhaft ist
  • Seed-to-Harvest: 9-10 Wochen

Weitere SOG-geeignete Sorten

  • White Widow: Kompakt, homogen, klassische Indica-Struktur
  • Big Bud: Massive Einzelcolas (Namesgebung), ideal für SOG
  • Master Kush: Extrem kompakt, perfekt für extreme SOG-Dichte (25 Pflanzen/m²)
  • Afghani: Urtyp-Indica, natürlich single-cola dominant

Ungeeignete Sorten für SOG

  • Extreme Sativas: Haze-Varianten, Durban Poison (zu viel Stretch, zu lange Blüte)
  • Stark verzweigende Sorten: Genetiken mit natürlich ausgeprägter Seitenverzweigung verschwenden Raum bei SOG
  • Langsame Blüher: 10+ Wochen Blütezeit konterkariert SOG-Zeitvorteil

SOG-Zeitplan: Beispiel mit Critical Kush

Gesamtdauer Seed-to-Harvest: 9-10 Wochen

Phase Zeitdauer Maßnahmen Pflanzenhöhe
Keimung/Klonierung 5-10 Tage Keimung oder Klon-Bewurzelung 0-5 cm
Vegetativ Woche 1-2 7-14 Tage Minimale Veg, Lollipopping Woche 2 15-25 cm
Blüte-Induktion Tag 1 Umstellung auf 12/12 bei 20-25 cm Höhe 20-25 cm
Blüte Woche 1-2 (Stretch) 14 Tage Stretch-Phase (50-70% Zunahme), Defoliation 35-45 cm
Blüte Woche 3-8 42 Tage Blütenentwicklung, gleichmäßige Bewässerung 40-50 cm (Final)
Ernte 25-35g pro Pflanze × 16 = 400-560g/m²
Gesamt-Zeit: 9-10 Wochen | Nächster Zyklus startet sofort

Häufige SOG-Fehler und Vermeidungsstrategien

Fehler 1: Zu lange vegetative Phase

Problematik: Pflanzen werden vor Blüte-Induktion zu groß (>30 cm)
Konsequenz: Finale Höhe 80-100 cm → Überwucherung, schlechte Luftzirkulation, Licht erreicht untere Bereiche nicht
Lösung: Blüte spätestens bei 25 cm Höhe induzieren. Bei Klonen: 1-2 Wochen Veg maximal

Fehler 2: Unzureichende Luftzirkulation

Problematik: Zu wenige/schwache Ventilatoren bei 16-25 Pflanzen/m²
Konsequenz: Stehende Luft zwischen Pflanzen → Botrytis (Grauschimmel), Mehltau
Lösung: Minimum 2 starke Ventilatoren (oszillierend), Luftfeuchtigkeit <50% in Blüte, Defoliation für Luftdurchlass

Fehler 3: Verwendung ungeeigneter Genetiken

Problematik: Sativa-dominante Sorten mit extremem Stretch für SOG gewählt
Konsequenz: Finale Höhe 120-150 cm trotz früher Blüte → Chaos, Licht-Probleme
Lösung: Ausschließlich Indica-dominante oder kompakte Hybrids (Critical Kush, Northern Lights)

Fehler 4: Manuelle Bewässerung bei hoher Pflanzenzahl

Problematik: Versuch, 25 Pflanzen täglich manuell zu gießen
Konsequenz: Zeitaufwand 30-60 Min/Tag, ungleichmäßige Bewässerung, schwer erreichbare Pflanzen in der Mitte
Lösung: Tropf-Bewässerungs-System mit Timer (ab 16 Pflanzen dringend empfohlen)

Fehler 5: Phänotyp-Varianz bei Samen-SOG

Problematik: 16 Pflanzen aus Samen → unterschiedliche Phänotypen → ungleichmäßiges Canopy
Konsequenz: Einige Pflanzen 40 cm, andere 70 cm → Lichtverteilung suboptimal
Lösung: Klone bevorzugen (garantierte Homogenität) oder sehr stabile F1-Hybriden verwenden

Fehler 6: SOG mit regulären (nicht feminisierten) Samen

Problematik: 50% männliche Pflanzen müssen entfernt werden
Konsequenz: Verschwendung von 8-12 Pflanzplätzen, reduzierter Ertrag
Lösung: Ausschließlich feminisierte Samen oder Klone für SOG

SOG in verschiedenen Anbau-Systemen

SOG in Erde/Coco

Vorteile:

  • Anfängerfreundlich
  • Puffert Nährstoff-Fehler
  • Kostengünstig

Nachteile:

  • Schwere Töpfe (Handling bei 16-25 Pflanzen mühsam)
  • Bewässerung zeitaufwendiger als Hydro

Beste Konfiguration: 3-5 Liter quadratische Töpfe, Coco-Perlite-Mix (70/30), Tropf-Bewässerung

SOG in Hydroponik (NFT, DWC)

Vorteile:

  • Perfekt für SOG – einfachste Bewässerung
  • Schnelleres Wachstum (kürzere Veg möglich)
  • Keine schweren Töpfe
  • Automatisierbare Nährstoffgabe

Nachteile:

  • Höhere Initialkosten
  • Systemausfall betrifft alle Pflanzen gleichzeitig
  • Komplexer für Anfänger

Beste Konfiguration: NFT (Nutrient Film Technique) mit 16-25 Pflanzstellen, pH-automatisierung

SOG in Aeroponik

Vorteile:

  • Absolut schnellstes Wachstum
  • Maximale Sauerstoff-Versorgung

Nachteile:

  • Sehr hohe Komplexität
  • Verstopfungs-Risiko bei Düsen
  • Teuer

Empfehlung: Nur für erfahrene Grower mit technischem Know-how

SOG und deutsches Cannabis-Gesetz (CanG)

Kritische rechtliche Einschränkung: Das deutsche Cannabis-Gesetz (CanG, gültig seit April 2024) erlaubt maximal 3 Pflanzen pro volljähriger Person für den privaten Eigenanbau.

Konsequenz für SOG: Die klassische SOG-Methode (16-25 Pflanzen/m²) ist für privaten Anbau in Deutschland nicht legal.

Legale Alternativen in Deutschland:

1. Modifizierte „Micro-SOG“ mit 3 Pflanzen

  • 3 Pflanzen in 5-7 Liter Töpfen, 1-2 Wochen Veg
  • Frühe Blüte-Induktion (wie SOG)
  • Ertrag: 3 × 60-100g = 180-300g gesamt
  • Vorteil: Kurze Rotationen (9-11 Wochen) wie SOG
  • Nachteil: Keine echte SOG-Dichte, Erträge deutlich geringer

2. Cannabis-Clubs (Anbauvereinigungen)

Das CanG erlaubt Cannabis-Clubs (Anbauvereinigungen) mit kommerziellem Anbau für Mitglieder. SOG könnte in diesem Kontext legal angewendet werden:

  • Cannabis-Clubs dürfen größere Mengen kultivieren
  • SOG als effiziente Methode für Club-Eigenversorgung
  • Status: Rechtliche Details noch in Entwicklung (Stand 2025)

3. Medizinische Lizenz

  • Medizinische Cannabis-Produzenten mit BfArM-Lizenz
  • Keine Pflanzenzahl-Beschränkung
  • SOG als effiziente kommerzielle Methode

Rechtlicher Hinweis: Informieren Sie sich über die aktuellen gesetzlichen Bestimmungen in Ihrer Region. Diese Informationen dienen ausschließlich Bildungszwecken.

Perpetual Harvest: SOG für kontinuierliche Produktion

Die kurzen Zyklen von SOG ermöglichen Perpetual Harvest – kontinuierliche Ernten durch zeitversetzte Pflanzung:

3-Raum Perpetual System

Raum 1 (Mutter/Klonierung):

  • 1-2 Mutterpflanzen unter 18/6 Licht
  • Alle 3 Wochen: 16-25 neue Klone schneiden

Raum 2 (Vegetativ):

  • 16-25 Klone in 1-2 Wochen Veg-Phase
  • 18/6 Lichtzyklus

Raum 3 (Blüte):

  • 16-25 Pflanzen in 8-10 Wochen Blüte
  • 12/12 Lichtzyklus
  • Alle 3 Wochen: Ernte + Neubestückung

Resultat: Ernte alle 3 Wochen (400-600g), 15-17 Ernten pro Jahr

Fazit: SOG als Effizienz-Methode für schnelle Rotationen

Die SOG-Methode (Sea of Green) stellt eine radikale Alternative zu konventionellen Anbaumethoden dar, die auf Quantität durch Dichte und Zeiteffizienz setzt:

SOG ist optimal für:

  • ✓ Maximale Zeiteffizienz (9-10 Wochen Seed-to-Harvest)
  • ✓ Schnelle Rotationen (4-5 Ernten pro Jahr)
  • ✓ Anfänger (kein komplexes Training erforderlich)
  • ✓ Kleine Räume mit begrenzter Höhe
  • ✓ Homogene Blütenqualität
  • ✓ Perpetual Harvest-Systeme
  • ✓ Kommerzielle Produktion (Cannabis-Clubs, Lizenznehmer)

SOG ist NICHT geeignet für:

  • ✗ Privaten Anbau in Deutschland (CanG-Limitierung: 3 Pflanzen)
  • ✗ Grower ohne Automatisierungs-Möglichkeit (manuelle Bewässerung von 16-25 Pflanzen zeitaufwendig)
  • ✗ Extreme Sativa-Liebhaber (SOG funktioniert nur mit kompakten Genetiken)
  • ✗ Maximale Erträge pro m² (SCROG liefert 500-750g/m², SOG 400-600g/m²)

Empfehlung: SOG ist die effizienteste Methode für Zeit-Optimierung. Wer schnelle Ernten priorisiert und die rechtlichen/logistischen Voraussetzungen erfüllt (Cannabis-Club, medizinische Lizenz, legale Jurisdiktion), sollte SOG mit bewährten Genetiken wie Critical Kush, Northern Lights oder Shaman testen.

Die besten Cannabis-Sorten für SOG (Sea of Green)

SOG erfordert kompakte, homogene Genetiken mit dominanter Hauptcola. Diese drei Sorten wurden für minimalen Stretch, kurze Blütezeiten und gleichmäßiges Wachstum selektiert – ideal für Hochdichte-Konfigurationen. Critical Kush liefert massive Einzelcolas (25-35g pro Pflanze), Northern Lights bietet legendäre Homogenität und Anfängerfreundlichkeit, während Shaman Sativa-Effekte mit kompakter Indica-Struktur kombiniert. Professionelle feminisierte Samen für schnelle SOG-Rotationen und maximale Zeiteffizienz. Investieren Sie in bewährte SOG-Genetik für 400-600g/m² in nur 9-10 Wochen.

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