Full-Season Cannabis Samen, auch als photoperiodische Samen bekannt, sind die traditionelle und genetisch vielfältigste Form von Hanfsamen – die Grundlage für jahrhundertealte Züchtungskunst. Im Gegensatz zu Autoflower Sorten reagieren sie auf Lichtverhältnisse: Sie bleiben in der Wachstumsphase bei mehr als 12-14 Stunden Licht täglich und blühen erst bei kürzeren Lichtperioden (klassisch 12/12). Diese natürliche Reaktion ermöglicht maximale Kontrolle: Die Vegetationsphase kann beliebig verlängert werden, um größere Pflanzen und höhere Erträge zu erzielen. Aktuelle Forschung zeigt, dass photoperiodische Sorten bei optimierten Lichtzyklen signifikant höhere Cannabinoid-Konzentrationen und Biomasse-Erträge erreichen. Für ambitionierte Züchter sind Full-Season-Samen die erste Wahl – sie bieten das volle genetische Potenzial der Cannabis-Pflanze.


Die Wissenschaft hinter photoperiodischen Samen

Cannabis ist eine klassische Kurztagpflanze: In der Natur löst die abnehmende Tageslänge im Spätsommer den Übergang von der Vegetations- zur Blütephase aus. Photoperiodische Samen folgen diesem natürlichen Rhythmus – ihre Blüte wird durch Photorezeptoren gesteuert, die Veränderungen im Lichtzyklus registrieren. Während die klassische Indoor-Regel "12 Stunden Licht / 12 Stunden Dunkelheit" jahrzehntelang als Standard galt, widerlegt moderne Forschung diese Annahme: Studien der University of Guelph aus 2023 und 2024 zeigen, dass eine Verlängerung der Lichtphase auf 13 Stunden den Ertrag um bis zu 12% steigern kann, ohne die Blütezeit zu verlängern. Die Forscher fanden heraus, dass verschiedene Sorten unterschiedlich auf Lichtzyklen reagieren – manche tolerieren sogar 14 Stunden Licht während der Blüte, was die Photosyntheseleistung maximiert. Diese Flexibilität ist ein entscheidender Vorteil von photoperiodischen Sorten: Anbauer können die Lichtzyklen an die spezifischen Bedürfnisse der Genetik anpassen.

Vorteile gegenüber Autoflower-Samen

Der größte Unterschied zu Autoflower-Sorten liegt in der vollständigen Wachstumskontrolle. Während Autoflower nach 3-4 Wochen automatisch in die Blüte übergehen, können photoperiodische Pflanzen beliebig lange in der Vegetationsphase gehalten werden – von kompakten 30-cm-Pflanzen bis hin zu meterhohen Gewächsen. Dies ermöglicht fortgeschrittene Anbautechniken wie:

  • Mutterpflanzen-Haltung: Photoperiodische Pflanzen können jahrelang in der Vegetationsphase gehalten werden, um genetisch identische Stecklinge (Klone) zu produzieren
  • Training-Techniken: SCROG (Screen of Green), LST (Low Stress Training) und Topping profitieren von der verlängerten Wachstumsphase
  • Saisonale Outdoor-Zucht: Maximale Ausnutzung der natürlichen Vegetationsperiode bis zum Spätsommer

Studien zeigen zudem, dass photoperiodische Sorten in der Regel höhere Cannabinoid- und Terpenkonzentrationen erreichen als Autoflower. Der Grund: Die längere Entwicklungszeit ermöglicht eine komplexere Terpensynthese und Harzproduktion.

Für wen eignen sich Full-Season-Samen?

Photoperiodische Samen sind ideal für:

  • Erfahrene Züchter, die maximale Kontrolle über Wachstum und Ertrag wünschen
  • Klonproduzenten, die genetisch identische Pflanzen aus Mutterpflanzen ziehen wollen
  • Outdoor-Anbauer mit Zugang zu natürlichen Jahreszeiten und ausreichend Platz
  • Terpenjäger, die komplexe Aromenprofile und maximale Potenz anstreben
  • Experimentierfreudige Anbauer, die verschiedene Trainings- und Züchtungstechniken testen möchten

Für Anfänger können photoperiodische Samen anspruchsvoller sein als Autoflower, da sie präzise Lichtsteuerung erfordern. Ein einziger Lichtleck während der Dunkelphase kann Stress auslösen und zu Zwittrigkeit führen. Jedoch belohnt die richtige Handhabung mit deutlich höheren Erträgen und besserer Qualität.

Anbau-Grundlagen für photoperiodische Samen

Vegetationsphase: 18-24 Stunden Licht pro Tag fördern schnelles Wachstum. Indoor-Züchter nutzen meist 18/6 (18h Licht, 6h Dunkelheit) als energieeffizienten Standard. Die Vegetationsphase kann 4-8 Wochen oder länger dauern – je nach gewünschter Pflanzengröße
Blütephase: Der Wechsel auf 12/12 (oder experimentell 13/11) löst die Blüte aus. Die Blütezeit variiert je nach Genetik zwischen 8-12 Wochen. Indica-dominante Sorten blühen meist schneller (8-9 Wochen), Sativa-dominante Sorten benötigen oft 10-12+ Wochen.
Outdoor-Anbau: In gemäßigten Klimazonen beginnt die natürliche Blütephase ab August/September, wenn die Tage kürzer werden. Full-Season-Outdoor-Pflanzen können bei optimalen Bedingungen 2-3 Meter hoch werden und Erträge von mehreren hundert Gramm pro Pflanze liefern.

Qualitätsmerkmale und Genetik

Hochwertige photoperiodische Samen stammen von stabilen, über Generationen selektierten Elternlinien. Seriöse Züchter dokumentieren:

  • Genetische Herkunft: Indica, Sativa oder Hybrid-Verhältnis
  • Typische Blütezeit: Präzise Angaben zur Dauer der Blütephase
  • Cannabinoid-Profile: THC-, CBD- und CBG-Gehalte der Elternpflanzen
  • Terpenprofil: Dominante Aromen (z.B. Myrcen, Limonen, Caryophyllen)
  • Wuchscharakteristik: Erwartete Pflanzenhöhe und Struktur

Photoperiodische Samen bewahren die genetische Vielfalt, die durch jahrzehntelange Landrace-Züchtung entstanden ist – von afghanischen Indicas bis zu thailändischen Sativas. Diese genetische Breite macht sie unverzichtbar für Züchtungsprogramme und die Erhaltung Cannabis-Biodiversität.

Der Mythos der Komplexität

Oft wird behauptet, photoperiodische Samen seien "zu schwierig für Anfänger". Tatsächlich erfordern sie lediglich:

  • Zuverlässige Zeitschaltuhr für konsistente Lichtzyklen
  • Lichtdichte Anbauumgebung (Indoor) ohne Lecks während der Dunkelphase
  • Geduld für die längere Gesamtanbauzeit (3-5 Monate von Keimung bis Ernte)

Mit modernen LED-Panels und digitalen Steuerungen ist die Kontrolle über Lichtzyklen heute einfacher denn je. Die zusätzliche Mühe wird durch deutlich höhere Erträge und bessere Qualität belohnt: Studien zeigen, dass photoperiodische Indoor-Anbauten 20-40% höhere Erträge pro Quadratmeter erzielen als vergleichbare Autoflower-Setups.

Fazit

Full-Season photoperiodische Cannabis-Samen repräsentieren die Essenz traditioneller Cannabis-Züchtung: maximale genetische Vielfalt, vollständige Wachstumskontrolle und überlegene Erträge. Die aktuellste Forschung von der University of Guelph bis zu NIH-Studien bestätigt, dass photoperiodische Sorten bei optimierter Kultivierung Autoflower in nahezu allen Qualitätsparametern übertreffen. Für Anbauer, die bereit sind, Zeit und Aufmerksamkeit zu investieren, bieten Full-Season-Samen das volle Potenzial dessen, was Cannabis leisten kann – von komplexen Terpenprofilen bis zu rekordverdächtigen Ernten.

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